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Körner - Currywurst - Kenia
Kabarett mit Olympiasieger Dieter Baumann
Als Mitglied des einzigen intellektuellen und kulturinteressierten Lauftreffs des SV Hepstedt/Breddorf stellte sich Dieter Cossen auf der Bühne des ausverkauften Heimathauses in Visselhövede vor. Zuvor wurde er vom Vorsitzenden des Kulturvereins “EigenArt” Ralf Struck, auch zur Überraschung seiner 11 mit angereisten Lauffreunde, auf die Bühne gebeten, um seinen 18 zeiligen Reim vom Joggerglück zum besten zu geben. Natürlich nutzte er die Gelegenheit um dabei auf “Wilstedt bei Nacht” und den “Ummel-Lauf” hinzuweisen, waren doch viele Aktive, unter ihnen auch der läuferisch starke Landrat Hermann Luttman mit Ehefrau, der nieders. Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann im Saal. Mit Applaus wurde der Wilstedter für seine unprogrammäße Zugabe verabschiedet.
“Nur wenige Läufer schafften bisher die 5.000 Meter unter 13 Minuten, einer von ihnen ist Dieter Baumann”, mit diesen Worten wurde der Olympiasieger von 1992 über 5.000 Meter begrüßt. Bevor jedoch die Lauflegende auf die Bühne kam, hörte man die Bandaufnahme vom Olympiasieg 1992.
Dieter Baumann war allerdings in einer ganz anderen Funktion in die Heidestadt gekommen. Der 44 jährige Schwabe präsentierte sein Bühnenprogramm Körner, Currywurst, Kenia , über Laufen, Leben Laster und Luscht als Kabarettist.
Wir waren nicht ohne Skepsis angereist, wir wußten nicht was uns erwartet, aber Baumann erwies sich als begnadetes Erzähl- und Darstellungstalent, hatte im Eiltempo das Publikum auf seiner Seite und plauderte locker von seinen weltweiten Erlebnissen als Sportler. Oft wird er schräg von der Seite angesprochen, wenn er mal den Aufzug nimmt: “ Dabei wurden die Rolltreppen und der Fahrstuhl nur für uns Läufer erfunden, um mal auszuruhen”, stellte Baumann fest und berichtete im gleichen Atemzug von Begebenheiten im Trainingslager in Nihau, Kenia, der einzigen BP-Tankstelle dort, die an ein Boxenstopp erinnerte, seinen Laufwurzeln im TSV Blaubeuren, wo sein Vater als Trainer aktiv war und seiner Begegnung mit dem marokkanischen Wunderläufer und Asketen Said Aouita. Der Olympiasieger verriet mit seinem charmanten schwäbischen Dialekt, von der Luscht des Biergenusses. “Ich habe die Biere der Welt geteschtet, damit hat sich meine Karriere auf jeden Fall gelohnt” und stellte dabei fest, daß Bier als Nahrungsmittel zählt.
Baumann ging auch zynisch auf die Gesundheitsstudien ein:”…….in der wir Bundesbürger endlich mal als Spitzenreiter vorne liegen, weil mehr als 50 Prozent zu dick sind.” Zwischendurch forderte er das Publikum immer wieder zu sportlichen Aktivitäten auf, um den Puls in die Höhe zu treiben. Marathonläuferin Tina Wilkens, Bestzeit 3:06 Stunden, die im Publikum saß, bekam sogar einen Olympiatrainingsplan überreicht. Eingebettet in eine Strippeinlage berichtete er von notwenigen Ausrüstungsgegenständen, die ihn von Fachberatern auf einer Marathonmesse, vom Nasenpflaster, Kopfmassagegeräten, Stützstrümpfen bis zu Vitamingels, die geteilt, unter die Oberlippe geklemmt werden sollte n, als unbedingt notwendig angeboten wurden!!!!
Zum Abschluß nahm der anerkennende Applaus kein Ende; ein locker, leichter und fröhlicher Abend, der richtige Auftakt zum Wochenende, eine gelungene Veranstaltung.